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News:  Jahresbericht 2015

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Projekt:

 Lungenfunktion und mechanische Beatmung bei Kindern

Jahresbericht 2015 mediCuba-Bern (inkl. Revisionsbericht und Jahresrechnung)

Dr. med. Thomas Riedel setzte die 2014 begonnene enge Zusammenarbeit mit Prof. Wong, Leiter der Intensivstation am Kinderspital Juan Manuel Marquez in Havanna, fort.

Dr. Carmen Casaulta und Dr. Thomas Riedel führten den ersten Workshop für mechanische Beatmung bei Kindern vom 9.-16. Januar 2015 in Havanna durch.

Der Bericht über den Workshop erschien im mediCuba-Bulletin Nr. 45 vom Mai 2015:

Am 9. Januar 2015 versammelten sich die Kinderlungenspezialisten der drei grossen Kinderspitäler Centro Habana, William Soler und Juan Manuel Marquez im „Salon verde“ zum Lungenfunktions-Workshop. Nach einem einführenden Vortrag zum Thema der Spirometrie nahmen wir die mitgebrachten Geräte in Betrieb. Die 35 TeilnehmerInnen konnten anschliessend den Umgang mit den Spirometern üben und gemeinsam führten wir Messungen bei drei Patienten mit Lungenerkrankungen durch. Dabei konnten die Teilnehmer live erleben, dass die Spirometrie zwar eine einfache Lungenfunktionstestung darstellt, die qualitativ gute Durchführung bei Kindern jedoch geübt werden muss. Die Instruktion der Kinder benötigt einiges Fingerspitzengefühl und viel motivierende Unterstützung. In der darauf folgenden Woche wurden die Geräte in den erwähnten Kliniken installiert und sogleich die Durchführung an mehreren Patienten geübt. Wie immer blieb auch Zeit, ad hoc Vorträge zu verschiedenen Themen der Kinderpneumologie zu halten und spezielle Patienten zu besprechen.

Ab Montag 12.1.2015 erwarteten uns im Spital Juan Manuel Marquez jeden Morgen KollegInnen von den Kinderintensivstationen von 6 Spitälern Havannas: Juan Manuel Marquez, Centro Habana, William Soler, Cerro, Aballi, Boras-Marfan. In dem fünf Tage dauernden Workshop vertieften wir mit vielen Vorträgen und praktischen Übungen das Wissen über die künstliche Beatmung von Kindern, speziell die nicht-invasive Beatmung. Die je nach Tag 12-25 Teilnehmer diskutierten aktiv und intensiv, sodass der Zeitplan nie eingehalten werden konnte. Immer wieder wurde auch an bestehenden Gewohnheiten und zum Teil veralteten Methoden „gerüttelt“. Die neuen Behandlungsansätze wurden in kleineren Gruppen anhand von konkreten Patientenbeispielen auch in den anschliessenden typisch kubanischen Meriendas (Lunch) oder während den regelmässig eingestreuten „cafecitos“ diskutiert. Wir benutzten die Gelegenheit, aktuelle Literatur zur Kinderintensivmedizin und Kinderpneumologie mitzubringen, im Wissen, dass es für unsere Kollegen in Kuba häufig schwierig ist, an diese wichtigen Informationen zu kommen. Die abgegebenen memory sticks enthalten wissenschaftliche Artikel aus dem Gebiet der Intensivmedizin der letzten 5 Jahre.

Bei einem Treffen mit der Präsidentin der kubanischen Kinderärzte-Gesellschaft, Professorin Gladys Abreu Suárez, war auch der Verantwortliche für die Abteilung „Mutter-Kind“ des kubanischen Gesundheitsministeriums, Professor Fumero, anwesend. Mit ihm konnten wir zukünftige Projekte und auch die Planung des nächsten Beatmungs-Workshops besprechen. Dieser soll auf Wunsch des Gesundheitsministeriums in Santiago de Cuba stattfinden.

Den zweiten Workshop für mechanische Beatmung bei Kindern führten Dr. Carmen Casaulta und Dr. Thomas Riedel vom 18.-25. November 2015 in Holguin durch.

Der Bericht darüber erschien im mediCuba-Bullletin Nr. 49 vom März 2016:

Wegen einer Verzögerung des Flugs von Paris nach Havanna verpassten wir unseren Anschlussflug nach Holguín und kamen schliesslich mit 24 Stunden Verspätung per Taxi an unserem Ziel an. Der für zwei Tage geplante Workshop musste nun in nur einem Tag durchgeführt werden. Am Morgen des 18. November 2015 wurden wir am Eingang des Kinderspitals in Holguín herzlich empfangen und ins Auditorium geführt. Über 50 Ärztinnen und Ärzte und Pflegefachleute der Intensivstationen aus den östlichen Provinzen (Holguín, Santiago, Bayamo, Granma, Camagüey) warteten auf uns. Die Vorträge über verschiedene Aspekte der mechanischen Beatmung führten jeweils zu regen Diskussionen und die Theorie wurde anhand von konkreten Patientenbeispielen vertieft. Nach dem Mittagessen besuchten wir alle die Intensivstation, wo bereits ein Patientenplatz mit einem Beatmungsgerät und einer Puppe vorbereitet war, um das von uns mitgebrachte Material für die nichtinvasive Beatmung anzuwenden. Gleichzeitig konnten auch wichtige Details in der Anwendung der Masken, aber auch der Beatmungsgeräte diskutiert werden. Den Abschluss des Tages machten nochmals Vorträge zu von den Teilnehmern gewünschten Themen. Damit konnten wir auf spezifische Fragen eingehen und in den erneut sehr lebhaften Diskussionen viele von ihnen auch klären. Wie schon im Januar in Havanna benutzten wir die Gelegenheit, aktuelle Literatur zur Kinderintensivmedizin abzugeben. Die mitgebrachten 50 memory sticks mit wissenschaftlichen Artikeln aus dem Gebiet der Intensivmedizin der letzten fünf Jahre sowie die Notizblöcke und Kugelschreiber waren innerhalb von Minuten verteilt. Nach der Rückreise nach Havanna standen Treffen mit verschiedenen Leuten an, um einerseits die Fortschritte von bisherigen Projekten (Bronchoskopie, Spirometrie, nichtinvasive Beatmung) am Spital Juan Manuel Marquez zu diskutieren und andererseits Gedanken für neue Projekte im Bereich der Pädiatrie auszutauschen. Einmal mehr war dabei Professorin Gladys Abreu Suárez, die Präsidentin der kubanischen Kinderärzte-Gesellschaft, eine grosse Hilfe.

Verein mediCuba-Bern
Der Verein mediCuba-Suisse wurde 12. März 2011 in Bern gegründet. Er ist eine Unterorganisation von mediCuba-Suisse. Das Recht zur Benutzung des Zewo-Gütesiegels wurde ihr am 5. September 2013 von der ZEWO verliehen.

Die Mitglieder des Vorstands des Vereins mediCuba-Bern:
Dr. med Carmen Casaulta, Präsidentin
Dr. med. Marco Janner
Tobias Bühler
Martin Schwander
Silvio Ballinari
Dr. med. Marco Janner ist ebenfalls Mitglied des Vorstands von mediCuba-Suisse.

Mitgliederversammlung
Die jährliche Mitgliederversammlung fand nicht im Lauf des Berichtjahrs statt, wurde jedoch am 12. Januar 2016 nachgeholt.

 

Kontakt:
Carmen Casaulta, Präsidentin mediCuba-Bern
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