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Abgeschlossene Projekte:  Pädiatrische Pneumologie in Kuba: Modernisierung der Atemphysiotherapie bei Kindern mit Cystischer Fibrose

Aktuelles

Vom 14.5. bis zum 24.5.2012 fand zum zweiten Mal der kubanisch-schweizerische Austausch zum Thema Cystische Fibrose (CF) und Atemphysiotherapie in Havanna statt. Wir (1 Ärztin für Lungenerkrankungen bei Kindern, 2 Physiotherapeutinnen) haben die Spitäler Juan Manuel Márquez, Centro Havana und William Solér besucht.

In Kuba sind zur Zeit 251 PatientInnen mit CF erfasst, die Hälfte der PatientInnen ist älter als 16 Jahre, das durchschnittliche Überlebensalter liegt bei 16.8 Jahren. Im Jahr 2009 lag es noch bei 15.3 Jahren. Dies entspricht einer beträchtlichen Zunahme der Überlebenszeit. Die Infrastruktur hat sich wohl bei der Physiotherapie durch den Einsatz der 2009 mitgebrachten Atemphysiotherapiegeräte Flutter und PEP-System gebessert und laut den Angaben sind die Ernährungsmöglichkeiten für CF-PatientInnen ebenfalls besser geworden. Was allerdings die Inhalation, die Diagnostik bei Verschlechterung der Lunge und vor allem auch die Behandlung der bakteriellen, chronischen Infektion dieser PatientInnen betrifft, hat sich wenig geändert. Eine feinere Diagnostik zur Suche der verursachenden Bakterien und die anschliessend angepasste Antibiotika-Therapie ist nur ansatzweise vorhanden.
Jeweils zum Tagesstart fand eine Vorlesung zu verschiedenen pneumologischen Themen wie Neues zu Ursachen, Entwicklung und Behandlung des Asthma bronchiale, state-of-the-art in Cystischer Fibrose, klinische Anwendung und Interpretation von Lungenfunktionsdaten, Übersicht über Krankheitsbild, Diagnostik und Behandlung der Zilienfunktionsstörung statt. Zusätzlich war jeweils mittags eine für das gesamte Kinderärzte-Team angepasste Vorlesung zum Thema Asthma bronchiale gewünscht. Im Anschluss an die Morgenvorlesung fanden die Behandlungen der aufgebotenen CF-PatientInnen statt. Parallel dazu konnte ich mit meinen Kollegen der Pneumologie die pädiatrisch-pneumologische Abteilung, die jeweilige Intensivstation, Neonatologie und herzchirurgische Abteilung besuchen zur Vorstellung der PatientInnen und Besprechung der diagnostischen, differentialdiagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.  Die drei besuchten Spitäler sind die führenden Kliniken für Kinder mit Lungenerkrankungen in Kuba. Problem-PatientInnen werden oft gemeinsam besprochen. Omnipräsent sind diagnostische und therapeutische Mängel wie:

·       Nur rudimentäre Lungenfunktionsmöglichkeiten

·       Nur sehr eingeschränkte mikrobiologische Diagnostik-Möglichkeiten

·       Keine Möglichkeit der Bronchoskopie (Lungenspiegelung)

·       Ungenügendes Spektrum der Medikamente zur Behandlung aller Lungen-Krankheiten

·       Keine Möglichkeit der Ausbildung in pädiatrischer Pneumologie (bisher nur eine Person, welche durch private Möglichkeiten in Frankreich eine komplette Ausbildung genossen hat.

·       Kein freier Zugang zum Internet und damit keine Möglichkeit,  das Ausbildungsangebot zum Beispiel der European Respiratory Society zu nutzen.
Besonders bei den jüngeren Kollegen wird dieser Mangel sehr stark empfunden. Aus dieser Situation heraus haben sich vor allem zwei Themen herauskristallisiert, welche dem grössten Wunsch und Bedürfnis meiner kubanischen Kollegen entsprechen würden, nämlich das Erlernen von Lungenfunktionsdiagnostik und Bronchoskopie